Lichtfeldfotografie wird massentauglich – Die neue Lytro Illum kurz vorgestellt

Die sogenannte Lichtfeldfotografie hat definitiv das Potenzial, die Welt des Fotografierens auf ein bis dato ungeahntes Niveau zu heben. Doch da es bislang keine wirklich massentaugliche Lichtfeldkamera gab, mit der sich hochauflösende Fotos schießen lassen, drohte die von vielen erwartete Revolution des Fotografierens auszubleiben. Im Juli dieses Jahres könnte sich das aber endlich ändern, da dann auch hierzulande die neue Lytro Illum auf den Markt kommen soll.

Was ist das Besondere an der Lichtfeldfotografie?

Die zugrunde liegende Besonderheit der Lichtfeldfotografie ist, dass bei ihr nicht wie beim „normalen“ Fotografieren statische Bilder aufgezeichnet werden, sondern die als „Rays“ bezeichnete Lichtstrahlen mittels spezieller Objektive zunächst eingefangen und abschließend in zweidimensionale Bilder umgewandelt werden. Und genau daraus resultiert die für Fotografen eigentlich interessante Besonderheit. Die eingefangenen Rays lassen sich nämlich vor der Bilderstellung gezielt manipulieren, wodurch noch im Nachhinein Korrekturen der Tiefenschärfe und sogar der Perspektive möglich sind. Auf diese Weise werden bei Porträts starke Freistellungen der abgelichteten Personen oder eine extreme Ausdehnung der Bildschärfe bei Landschaftsaufnahmen sowie Makroaufnahmen möglich. Darüber hinaus lassen sich dank der Perspektivkorrekturen sogar 3D-Fotos erstellen. Wer seine Fotos nicht klassisch auf Fotopapier ausdruckt, kann demzufolge animierte Digitalbilder erstellen, die sich jederzeit den eigenen Vorstellungen entsprechend anpassen oder wie ein Video mit fließenden Schärfeübergängen und sonstigen Bildanimationen abspielen lassen.

Hier ist ein Beispielfoto von der Herstellerseite. Durch das Klicken auf einen beliebigen Bildteil können Sie den Fokus verändern:

Was ist das Besondere an der neuen Lytro Illum?

Dass sich die Lichtfeldfotografie trotz ihrer vielen Vorzüge, die hier nur ansatzweise genannt wurden, bisher nicht durchsetzen konnte, könnte zunächst damit zusammenhängen, dass die Auflösung von Lichtfeldkameras nicht wie gewohnt in Megapixeln, sondern in Megarays angegeben wird, was für erhebliche Verwirrung beim Kunden geführt haben dürfte. Eine weitere Ursache könnte sein, dass die Megaray-Auflösung eben nicht der Megapixel-Auflösung entspricht, sondern deutlich geringer anzusiedeln ist. So entsprach die Auflösung der ersten Lichtfeldkamera aus dem Hause Lytro mit 11 Megarays etwa einem Megapixel, was in Zeiten, in denen selbst Smartphonekameras und Tablets mit einer deutlich höheren Auflösung beworben werden, nun wirklich sehr gering anmutet. Da die neue Illum von Lytro aber im Vergleich zu ihrem Vorgängermodell eine gut viermal höhere Auflösung bietet, dürfte der letztgenannte Punkt, der vermeintlich gegen die Anschaffung einer Lichtfeldkamera spricht, kaum noch ins Gewicht fallen.

Anmerkung

Die deutlich höhere Auflösung ist selbstverständlich nicht die einzige Neuerung, dank der die Lytro Illum ihrem Vorgängermodell klar überlegen ist. Da sie bei der Markteinführung aber voraussichtlich um die 1600 Euro kosten wird, sollten sich Anfänger, die erstmals in die unsagbar faszinierende Welt der Lichtfeldfotografie „reinschnuppern“ möchten, vielleicht doch zuerst das Vorgängermodell näher ansehen, zumal dieses mittlerweile schon für einen Bruchteil des Geldes zu bekommen ist.

Artikelfoto: Lytro®

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